Die Legende vom Osterei

von Katja Henkel

 

Es war einmal ein Hase, ganz kuschlig klein und weich,

der war an großen Taten arm, an Träumen war er reich.

Der hatte mit den anderen Hasen gar nicht viel zu tun,

er liebte keine Häsin – nein – er liebte nur ein Huhn.

 

Das Huhn war groß und braun und dick und war des Hasen ganzes Glück.

Er stand den ganzen Tag im Stall und sah es an – von überall.

Und jeden Tag musst er sich fragen, warum er es nicht schafft zu sagen,

was er ganz heftig doch empfindet, warum sie beide was verbindet.

 

Doch an dem Tag, an dem er’s wollte, da war das Huhn nicht da.

Er rannte rum und wünschte sich, er wär’ ihm jetzt so nah.

Er suchte, suchte – was er fand war nur vom Huhn ein Ei.

Das nahm er sich und drückte es, da brach das Ei entzwei.

 

Da rannte er ganz schnell nach Haus und holte viele Farben

Und klebte und beschrieb das Ei, das wurd’ ein buntes Allerlei.

Das legte er ins Gras sodann, damit das Huhn es finden kann.

 

Jedoch das Huhn kam nicht zurück, der Hase sucht seitdem sein Glück,

malt unermüdlich Eier bunt, verteilt sie auf dem Erdenrund.

Zu Ostern kommt er hier vorbei, verteilt in Gärten Ei um Ei,

hat damit mächtig viel zu tun,

will aber doch nur eins – sein Huhn.

 

Die meisten finden Kinder dann und haben großen Spaß daran.

Und wenn man hält ein buntes Ei ganz nah vor seiner Nase,

dann sieht man, dass ganz klein dort steht:

 

Ich liebe Dich, Dein Hase